Luxusgüter & Gartenartikel
Gibt es vergleichbare Herausforderungen?
Ich wurde an die Herausforderungen in der Garten-Center-Welt erinnert, als ich kürzlich eine strategische Einordnung des Bankhauses Barclays zu einem anderen Branchenumfeld las:
„Da die Zeit des rasanten Wachstums für die Branche weitgehend vorbei ist, hält die Bank eine strengere Kostenkontrolle und schlankere Strukturen für unerlässlich. Barclays drängt zudem auf Investitionen in immersive Markenerlebnisse wie Restaurants, Museen und Markenhotels, um dem Wandel der Verbraucherpräferenzen von Produkten hin zu Erlebnissen Rechnung zu tragen.“
Selbstverständlich ist ein Markenhotel für das Garten-Center Umfeld etwas arg weit hergeholt. Jedoch verdeutlicht diese Übertreibung die Notwendigkeit über den Tellerrand hinauszudenken.
“The value of the experience to the consumer is making more sense than the value of the product.” Divia Thani
Die Einordnung von Barclays bezieht sich auf den europäischen Luxusgütersektor, welcher ähnlich wie die Garten-Center im Zuge der Pandemiezeit von berauschenden Wachstumsraten profitieren durfte. Für die Jahre 2027 bis 2029 bewertet die Bank das Wachstum mit „neutral“ – was auf Garten-Center bezogen, wohl eher noch als optimistisch zu bewerten ist.
An der Schnittstelle Luxus-Garten: Die MG&Co. Partnerschaft mit C. Atherle im Rahmen der Chelsea Flower Show 2026.
Barclays argumentiert, dass die jüngste Konjunkturabschwächung einen grundlegenden Wandel im Verhalten der Verbraucherinnen und Verbrauchern markiert, der ein Überdenken der etablierten Branchenstrategien erfordert. Und dies gilt wohl 1:1 auch für Garten-Center. Grundsätzlich basiert auch das Sortiment von Garten-Centern auf Luxusprodukten. Zwar sind sie nicht exorbitant teuer, doch definitiv keine unverzichtbaren Güter des täglichen Bedarfs.
“True luxury is not about buying expensive things. It’s about living in a way where you appreciate things.” Tammy Smulders
Es wird empfohlen, dass Marken eine Balance zwischen breiter Attraktivität und Seltenheitswert – im Sinne von Exzentrik – etablieren, um Beliebigkeit zu vermeiden. Gleichzeitig gilt es Regionalität zu vermarkten, indem in lokale Gemeinschaften investiert, mit lokalen Designern zusammengearbeitet und regionsspezifische Produkteditionen auf den Markt gebracht werden.
“If you think of the brand as a club, it’s about identity. It used to be about what I have. Now it’s: who am I? What do these products or experiences say about me?” Tammy Smulders
In Bezug auf die Preisgestaltung vertritt Barclays die Ansicht, dass Unternehmen mit Luxusprodukten den Aufbau einer granularen Preisstruktur priorisieren sollten, die neue Verbraucherinnen im Einstiegssegment anspricht und gleichzeitig das gehobene Segment bedient, anstatt sich auf generelle Preiserhöhungen zu verlassen.
“It’s not a drop off in the desire to buy, but the ability to buy. For brands with well-developed entry-level goods, that’s your opportunity to engage.” Jane Hamilton, The Times
Weiterführende Links zu den Ursprungsartikeln:



